Reisebericht
16. Oktober 2010
Mit drei Großraumtaxen fahren 17 Teilnehmer zum Hauptbahnhof Hamburg, die restlichen 5 Teilnehmer treffen wir am Bahnsteig Gleis 5/6. Mit dem ICE geht es nach Berlin-Spandau. Bereits nach 1 ½ Stunden Fahrzeit erreichen wir Spandau. Ein kurzer Fußmarsch (ca. 7 min.), und wir sind am nahen Havelufer und können sofort an Bord der "MS Mecklenburg" gehen. Conny, unsere Stewardess, empfängt uns und weist die Kabinen zu. Die kleinen, aber zweckmäßig mit viel Stauraum eingerichteten Kabinen nehmen unser Gepäck mühelos auf. Anschließend treffen wir uns im Salon zum offiziellen Empfang. Bei einem Drink heißt Conny uns herzlich willkommen und stellt die Mannschaft und das Schiff vor; die Hausordnung wird erklärt. Die " MS Mecklenburg" legt ab und trifft am Yachthafen Potsdam ca. 17:30 Uhr ein. Um 18.00 Uhr gibt es das erste Abendessen; ein vorzügliches Drei-Gänge-Menü. Nach einem kurzen Abendspaziergang, zu dem sich einige Mitfahrer entschlossen haben, treffen wir uns im Salon. Der erste Tag wird bei gemütlichen Gesprächen und Getränken gegen ca. 22:30 Uhr beendet.
17. Oktober 2010
Nach dem Frühstück werden 22 Fahrräder von Bord geholt und an die Teilnehmer verteilt. Unser Stadtführer, Axel v. Blomberg, trifft gegen 9:00 Uhr bei der Gruppe ein. Nach kurzer Begrüßung und Einweisung starten wir die Tour bei Sonnenschein. Heute sind der Park von Sanssouci mit Schloss, Potsdam, Cecilienhof und vieles mehr vorgesehen. Durch die großen Parkanlagen radeln wir zum Brunnen und genießen den Blick von dort über die Weinbergterrassen auf das Schloss, Orangerie, Historische Mühle, Bibliothek und vieles mehr. Unser Stadtführer Axel gibt dazu umfangreiche Erklärungen. Weiter geht es durch den Park, der Mitte des 18.Jahrhunderts durch Friedrich II geschaffen wurde und als einer der schönsten Parks Deutschlands gilt, zum chinesischen Teehaus. Durch das Berliner Tor des Parks verlassen wir diesen wunderbaren Park und radeln zum Luisen-Platz in Potsdam und zum Brandenburger Tor. Axel ist auch hier mit sehr umfangreichen Informationen zur Stelle. Wir warten alle auf die versprochene Pause…., mit unseren Top-Rädern fahren wir zum Holländerviertel zu einer Chocolaterie. Eine spezielle heiße, flüssige und dunkle Schokolade mit Sahne war die Pausenbelohnung und natürlich ein Genuss (weniger für die Hüften).
Wir radeln weiter zur russischen Kolonie, der Alexandrowka. Die 13 Holzhäuser, durch Friedrich III. erbaut, dienten als Heim für Sänger des preußischen Garderegiments und zählen zum Weltkulturerbe!
Weiter geht es zum Schloss Cecilienhof, erbaut im englischen Landhausstil. Hier fand
im Juli 1945 die Konferenz der Siegermächte statt. Hier wurde auch die Aufteilung Deutschlands beschlossen. Churchill soll hier den Satz: "I think, we killed the wrong pig!" gesagt haben.
Zurück zum Schiff geht es am Ufer des Heiligen See zur Stadt und zum Anleger "Yachthafen Potsdam". Wir bedanken uns bei Axel und verabschieden uns von ihm, nicht ohne ein Treffen für den nächsten Tag vereinbart zu haben. Die Fahrräder werden wieder verladen und es geht auf dem Teltowkanal weiter nach Köpenick. Unser Picknick nehmen wir an Bord ein und genießen die Fahrt auf dem Kanal bei herrlichem Sonnenschein. Bereits um 18.00 Uhr gibt es ein ganz ausgezeichnetes drei-Gänge-Menü. Nach dem Anlegen und Festmachen am Yachthafen Köpenick verabreden wir uns zu einem Landgang um den Hauptmann von Köpenick vor dem Rathaus zu begrüßen. Mit einem Schlummertrunk im Ratskeller, bei einigen später an Bord, beenden wir diesen schönen Tag.
18. Oktober 2010
Nach dem Frühstück hieven wir unsere Fahrräder über eine schmale Gangway von Bord. Wir wollen Axel im Yachthafen Treptow treffen und mit ihm weiterfahren. Nach kurzer Besprechung übernehmen Peter und Diedrich die Gruppenführung. Uwe ist der Aufpasser am Ende der Truppe. So kommen wir nach kurzer Irritation von der Hauptstraße. wieder an die Havel zur Fähre und setzen mit 22 Fahrrädern über. Die Fähre ist übrigens für max. 10 Fahrräder zugelassen. Es geht aber alles gut. Der Fährmann ist ein freundlicher Mann. Zur Belohnung erhält er von uns einige Bonbons. Wir kommen zügig voran und sind bereits vor der Zeit in Treptow. Peter telefoniert kurz mit Axel und wir nutzen die Zeit um im Treptower Park die monumentalen Ehrenmale der Sowjets zum Gedenken der gefallenen Soldaten, die Statue mit Kind und dem zerbrochenen Hakenkreuz anzusehen. Ein Jeder hat dabei so seine eigenen Gedanken. Zurück zum Anleger Treptow; hier treffen wir Axel pünktlich um 11.00 Uhr. Mit ausführlichen Erklärungen in Treptow geht es entlang der Spree weiter Richtung Mitte durch Kreuzberg / Oranienstraße und einigen Stopps mit interessanten Erklärungen. Nächster Halt ist vor dem Berliner Dom, direkt am freien Platz. Hier stand der Palast der Republik. Geschichte alt und neu wurde uns durch Axel erläutert. Eine kurze Diskussion über Sinn und Zweck des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses folgte. Anschließend radeln wir weiter zum Gendarmenmarkt. Konzerthaus, Deutscher- und Französischer Dom wurden bewundert. Hier gab es wieder Geschichtsunterricht (letztlich war Axel einmal Lehrer - jetzt Stadtführer).
Wir radeln weiter an der Holocaust-Gedenkstätte (Steelenfeld), am Mauerverlauf vorbei zum Brandenburger Tor. Von dort zum Opernplatz- Gedenkstätte - Bücherverbrennung durch die Nazis - zur Friedrichstraße -- und wir sind am Schiff. Nach Überreichung des Honorars und Verabschiedung von Axel, werden die Räder wieder an Bord verstaut.
Wir machen uns bereit zum Abendessen. Es gibt ein traumhaftes drei-Gänge-Menü. Unser Koch übertrifft sich heute selbst. Wir genießen es!! Nach dem Essen bedankt sich Peter in Namen der Teilnehmer für die liebevolle Betreuung durch die Mannschaft. Er übergibt einen Umschlag (wir haben gesammelt) und überreicht Conny und dem Koch drei Basecaps vom Bürgerverein Barsbüttel e.V. als Erinnerung. Conny dankt im Namen der gesamten Besatzung und meint: " Ihr wart eine tolle Truppe!" Einige Teilnehmer machen noch einen Landgang. Gegen 22 Uhr ist Bettruhe.
19. Oktober 2010
Heute fahren wir während des Frühstücks bereits auf der Spree in Richtung Spandau. Wir wollen noch sehr gerne die Altstadt Spandau und die Zitadelle besichtigen. Sie gilt als bedeutendste Renaissance Festung Europas und wurde 1559 erbaut. Hierfür hat Peter einen Stadtführer organisiert. Dieser holt uns um 10.00 Uhr ab. Ein lautstarker originaler Berliner Typ. Er ist von seinem Spandau so begeistert und reißt uns mit .In der Zitadelle ist er so in seinem Element, dass wir in stoppen müssen, als er gerade den Fledermauskeller mit rund. 10 000 Tieren zeigen will. Leider geht unser Zug pünktlich und den müssen wir in jedem Fall erreichen. Unser Gepäck haben wir noch an Bord deponiert. Im Eiltempo geht es zurück, ein kurzes Tschüss zu Conny und es geht zum Bahnhof Spandau. Unser ICE ist pünktlich und bringt uns wohlbehalten nach Hamburg zurück. Übereinstimmend waren alle Teilnehmer der Meinung: Es war eine sehr schöne Reise mit dem Bürgerverein Barsbüttel e.V. und eine optimale Organisation.
Peter Frank