Reisebericht
20.06.2008
Früh um kurz vor 6.00 Uhr trafen sich alle Mitreisenden am Rathaus Barsbüttel. Unser schneeweißer Bus mit den schwarzen Scheiben kam pünktlich. Es gab ein kleines Problem: Die Koffer
waren etwas zu umfangreich. Unser Fahrer Nihat schaffte aber alles und kurz nach 6.00 Uhr ging’s los. Unser erstes Picknick genossen wir zwischen Osnabrück und Münster.
Gent
Unsere Zwischenstation in Belgien, das kleine Städtchen Gent ist für uns eine große Überraschung. Gent entpuppt sich als kleines mittelalterliches Städtchen mit großartigem Charme.
In der St. Bavo Kathedrale sehen wir leider nur eine kleine Kopie des Genter
Altares. Die Kapelle mit dem Original war leider schon geschlossen. Die Kathedrale
ist wundervoll, die Kanzel aus dunklem Holz mit weißem Carrara-Marmor, St. Bavo
ist ein toller, imposanter Bau. Über dem Theater ist im „Foyer“ ein wunderschönes Restaurant, in dem Menschen den lauen Abend genießen. Unsere Stadtführung zeigt uns die Schönheiten Gents: an der Korenleie bewundern wir die schönen, sehr alten, sehr schön restaurierten Häuser. Das „Alte
Galgenhäuschen“ ist Gents kleinste Kneipe, 8 Plätze im Erdgeschoß und 6 im Dachgeschoß. Das „Fleischhaus“ hängt voller Schinken, die wir gern probiert hätten. Überhaupt: obwohl wir alle
ziemlich müde von der Fahrt sind, empfinden wir Gent als süße, quirlige Stadt, in der wir gern länger geblieben wären,Liesel hat sich in St. Bavo beim Kerzen-aufstecken die Hand verletzt. Im Krankenhaus wird die Wunde genäht. Überall im Hotel und Krankenhaus treffen wir ausgesprochen nette, hilfsbereite Menschen.
21.06.2008 Gent – Richtung Calais –Dover.
Die erste Fähre ist leider besetzt, wir warten auf die nächste. Die Überfahrt über den Ärmelkanal ist unspektakulär. Die Kreidefelsen von Dover sind das erste beliebte Fotoobjekt. An der Fährstation in Dover kommt unsere Reiseleitung an Bord. Picknick zelebrieren wir auf dem Busparkplatz in der strahlenden Sonne. Wir folgen dem kleinen Flusslauf in die Innenstadt, vorbei an wunderschönen kleinen Häuschen. Die Canterbury Kathedrale erwartet uns, eine umwerfend großartige Kathedrale. Wir haben unheimliches Glück: Der Canterbury Cathedrale Choir probt für den
heutigen Abend die große Bachmesse. Wir haben das wundervolle Erlebnis, die großartigen Stimmen in allen Winkeln der Kathedrale zu hören. Es ist eine tolle musikalische Untermalung eines Besichtigungsspazierganges durch diese einmalig schöne Kathedrale, wir bestaunen die leuchtenden Fenster, die Ornamente, Rundbögen, Thomas Beckets Kapelle, Kreuzgänge, die Augen können sich nicht satt sehen. Das ist ein absolutes Highlight. Auf der Fahrt von Canterbury nach Rochester-Chatham sehen wir viele Kricketspieler, fahren durch malerische Dörfer, vorbei an Weiden mit Pferden und Fohlen, zauberhaft! Nach einer Irrfahrt finden wir unser Hotel doch noch. Es befindet sich direkt an dem kleinen Flugplatz.
22. 06.2008 Brighton, Porthsmouth, HMS Victory, Bournemouth
Unterwegs von Rochester nach Brighton führt uns Charmian, unsere Reiseleitung durch kleine Dörfer mit kuscheligen Reetdachhäusern, erzählt von den public schools, den privaten Schulen, in denen man schon direkt nach der Geburt angemeldet werden muß, um überhaupt noch einen Platz zu bekommen. Es wäre auch sinnvoll, wenn die Eltern sehr viel Geld in die Bildung investieren können, da die Schulgebühren astronomisch hoch sind. Brighton mit dem Royal Pavilion wartet auf uns. Dieser verrückte Pavilion ist schon beeindruckend. Auf dem anschließenden Stadtrundgang mit Francoise hören wir viele gute, interessante Anekdoten von Brighton, gehen durch absolut schmale Gassen, stehen vor den beiden ältesten Pubs, treffen überall viele junge Leute. Brighton hat 250.000 Einwohner, davon 30.000 Studenten. Für den Pier, die große Vergnügungsmeile bleibt uns leider keine Zeit. Auf der Wiese am Meer, Aug in Aug mit den wunderschönen Oldtimern, die gerade die Rallye London-Brighton absolviert haben, halten wir ein schnelles Picknick ab.
In Portsmouth erleben wir Nelsons Schlacht bei Trafalgar als „Show-Dokumentation“ – schon beeindruckend. Wir entern die HMS Victory. Ein geschichtsträchtiges Schiff, sehr gut
restauriert, sehr eindrucksvoll.
In Bournemouth werden wir von dem jungen Personal unseres alten Hotels unheimlich nett empfangen. Die Verpflegung ist wunderbar, das junge Personal international: Litauer, eine Studentin aus Hannover, die Chefin aus Belgien. Nach dem Essen unternehmen wir einen Verdauungsspaziergang auf steilen Straßen hinunter zum Strand.
Isle of Wight, Osborne House.
Mit der Fähre fahren wir über den Solent, das Segelrevier. Das Osborne House, die Sommerresidenz der Königin Victoria, ist sehr interessant, Park und Garten sind enorm gepflegt, toll angelegt. Die zu besichtigenden Zimmer sind sehr unterschiedlich. Das Aufsichtspersonal ist ausnehmend freundlich und gern bereit, unsere Fragen zu beantworten. Das letzte Zimmer, das indische ist voller Elfenbeinexponaten. Wir müssen alles im Kopf konservieren, Fotos dürfen leider nicht geschossen werden. Im Terrace Restaurant am Osborne House ist für uns eine Tafel gedeckt. Es gibt Tee und Kaffee mit Scones und clotted cream, Erdbeerkonfitüre und leckeren frischen Erdbeeren. Diese Tea-Time ist ein Erfolg. Nach einer kurzen Inselrundfahrt über kleine, hügelige Straßen, vorbei an grünen Weiden müssen wir leider zurück zur Fähre. Überall fehlt uns Zeit.
24.06.2008 Salisbury, Stonehenge, Wilton-House, Exeter, Plymouth.
Detlef hat Geburtstag. Seit einigen Tagen haben wir bunte Zettel verteilt, die an eine
Happy-Birthday-Girlande geklammert, die Wünsche der Mitreisenden enthalten. Wir schmettern ein Geburtstagsständchen, verladen die Koffer, absolvieren eine kurze Frühgymnastik und machen uns auf den Weg nach Salisbury. Am Flüsschen entlang führt der Weg direkt zur Kathedrale. Sie ist gotisch, „aus einem Guss“, ein architektonisches Kleinod. Wir bewundern das Kirchenschiff, den Raum mit der Deckenrosette in dem die Magna Charta aufbewahrt sein soll.
Über verschlungene Pfade (und das mit dem großen Bus!!!) geht’s weiter nach Stonehenge. Das ist ein ganz toller Ort. Er beeindruckt uns, tut uns gut. Die Sonne scheint, die Stimmung ist gut, die Reise macht Spaß. Als wir zum Bus zurückkommen, haben Mainzelmännchen ein zauberhaftes Picknick vorbereitet. Es ist wunderbar warm. Weiter geht’s zum Wilton House. Uns erwartet ein grauer Granitbau. Innen drin ist es wundervoll. Die Deckengemälde sind bombastisch. Der Garten ist eine einzige „Symphonie in grün“.
In Exeter besichtigen wir die Kathedrale. Hier wird gerade ein Gottesdienst gehalten. Wir hören die Gesänge, verhalten uns unauffällig und ganz ruhig. Danach muss unser Fahrer noch mal eine Pause machen. Die Zeit genießen wir bei Wein und Chorprobe mit unserem „Reisechor-Leiter“ Detlef auf der Wiese.
In Plymouth nehmen wir im Hotel ein spätes Essen ein.
25.06.2008 Buckfast Abbey, Dartmoor, Callington
10.00 Uhr Abfahrt mit englischem Bus und Alan als Fahrer. Nihat sowie unser Bus müssen 24 Stunden
Ruhe haben. Unsere erste Station ist Buckfast Abbey, eine wunderbare alte Abtei. Die Geschichte der Abbey ist sehr eindrucksvoll. In der kleinen Kirche in der Abtei kommen wir gerade an, als ein Priester den Segen erteilt. Wir sind sehr gerührt.
Nach einem Picknick in der windgeschützten Ecke des Parkplatzes starten wir zur Rundtour durch Dartmoor, phantastisch, hügelig, mystisch, heute im Sonnenschein nicht unheimlich. Bei Nebel möchte ich hier nicht sein. Wir sehen wilde Ponies mit Fohlen, fahren vorbei an Two Bridges, kurzer Stopp zum Bewundern der alten und neueren Brücke. In der Nähe von Princetown lassen wir
das Gefängnismuseum mit seinen Exponaten auf uns wirken. Im Gefängnis hier möchten wir nicht einsitzen.
In Callington werden wir schon erwartet. Rick Lumley, der neue Bürgermeister und seine Frau Sue werden vom Citycryer angekündigt und vorgestellt. Wir werden herzlich begrüßt. Fleißige Damen haben für uns Cream-Tea, Scones mit clotted cream und Erdbeerkonfitüre vorbereitet. Wir genießen die Zeit hier im Rathaus. Unser Spaziergang durch Callington führt uns natürlich über den Mural Trail, vorbei an den wunderbaren Wandbildern, die Kunststudenten hier angebracht haben. In der St. Mary’s Church dürfen wir der Generalprobe des Jugend-orchesters aus London lauschen, toll!
Der Abend klingt aus im Sleepy Hollow, einem Restaurant auf einer Farm in der Nähe. Es gibt eine
Pastinaken-Suppe, Roasted Beef mit Yorkshirepudding. Als Überraschung singen die Callington-Singers für uns einige Lieder. Wir sind begeistert von den tollen Stimmen. Eigentlich haben wir für diesen Abend während der Busfahrt 2 Songs eingeübt. Aber bei den tollen Stimmen (und der zu kurzen Zeit) lassen wir das mit unserem Auftritt. Unser Busfahrer hat nur eine Lenkzeit von 10 bis 22.00 Uhr. Darum müssen wir uns leider um 21.30 Uhr von unseren Freunden in
Callington verabschieden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Barsbüttel.
26.06.2008 Mount Edgcumbe House, Eden-Project,Küstenstraße, Penzance
Bei einer Stadtrundfahrt in Plymouth zeigt uns die Reiseleiterin den wunderbaren alten Stadtteil. Plymouth war im Krieg als Marinehafen total zerstört. Die Hafenrundfahrt gestaltet sich sehr interessant und informativ. Dann dürfen wir Mt. Edgcumbe Garden and House genießen. Das ist ein wunderbares altes Herrenhaus. Hier wurde vor kurzer Zeit ein Rosamunde Pilcher Film gedreht. Filmreif setzt sich Helmut ans Klavier und spielt zwei beschwingte, fröhliche Stücke. Das passt wunderbar hierher. Andere Reiseteilnehmer stöbern oben in den Kostümen und fabrizieren historische
Fotos. Es ist eine sehr heitere Atmosphäre hier. Das anschließende Picknick im Park unter schattigen Bäumen, die reflektierenden Sonnenstrahlen auf dem Wasser vor uns, um uns herum viele übermütige, spielende Jugendliche, es ist einfach wunderschön hier.
Wir befahren die einzige Küstenstraße Cornwalls, zauberhaft, atemberaubende Ausblicke auf den Ärmelkanal. In einem ganz kleinen Dorf quälen wir uns an einem entgegen kommenden Bus vorbei. Unser Fahrer Nihat macht damit sein „Cornwall-Diplom“! Und dann: das Eden-Project; Super! Von Südengland nach Südeuropa, danach in die Tropen und den Regenwald. Toll, diese Pflanzen,
Früchte, Nüsse, aber ganz schön warm hier!!! Zum Schluß werden die einzelnen
Gegebenheiten im „The Score“ ausprobiert. Inge hält mit dem „sexy Bürgerverein
Barsbüttel e.V.“ unseren Besuch auf einer Magnettafel fest.
Das war ein ganz toller, heiterer Tag!
27.06.2008 Minack-Theater, Land’s End, St. Ives
Wieder ein Geburtstagskind: Mechthild hat Geburtstag. Wieder haben die Mitreisenden ihre Wünsche für Mechthild auf die kleinen bunten Zettel geschrieben, die mit Wäscheklammern an der „Happy-Birthday-Girlande“ festgeklammert sind. Auf der großen Treppe im Hotel formiert sich der Chor und bringt das Geburtstagsständchen. Wir fahren ins Minack-Theater: unbeschreiblich schön liegt es direkt auf den Klippen über dem Meer. Es ist dramatisch hier, wunderbar. Was diese Frau geschafft hat, ist ein Beweis dafür, dass man das, was man schaffen will, in der Regel auch
hinbekommt. Wir sind total beeindruckt von dieser Kulisse. Die Akustik ist wundervoll. Die Blumen, die im kleinen Gärtchen oberhalb des Theaters wachsen, scheinen aus Südeuropa zu stammen. Es ist toll hier oben! Leider haben wir heute unseren einzigen Regentag erwischt.
Unser Reiseleiter erzählt uns, dass die Preise hier an der Küste horrend hoch sind. Ein kleines Apartment kostet hier ca. 250.000 englische Pfund, ein Penthouse 1 Million Pfund. Nur noch die Reichen aus London sind in der Lage, hier Immobilien zu erwerben. Die Jugend Cornwalls kann sich das nicht mehr leisten. Der Durchschnittslohn beträgt hier im äußersten Westen Großbritanniens ca. 6 – 7 Pfund pro Stunde. In Cornwall gibt es 33.000 km Hecken, die zum Teil noch aus vorkeltischer Zeit stammen, also mehr als 3000 Jahre alt sind. Alle 30 Jahre werden die Hecken zusammen geflochten, gebunden. Die Farmer sind verantwortlich für die Hecken, die geschützt sind und nicht vernichtet werden dürfen.
St. Ives ist ein wunderschönes Küstenstädtchen, eine regelrechte Künstler-kolonie. Überall sehen
wir Galerien und Kunstschulen. Max bringt uns die Einzelheiten nahe, zeigt uns die Besonderheiten, führt uns zum Häuschen von Daphne du Marier, empfiehlt uns „The Yellow Canary“, Cream-Tea bei Edith, seiner Schwiegertochter.
Es regnet den ganzen Nachmittag. St. Michael’s Mt. wird relativ links liegen gelassen.
Die Cornwall-Rundfahrt ist sehr informativ. Max bringt uns die Problematik, aber auch die Schönheit „seiner“ Landschaft nahe. Es ist für uns besser nachzuvollziehen, die Daten, Befürchtungen, Empfehlungen zu bekommen von jemandem, der hier nicht geboren ist, der hierher gekommen ist, weil er sich hier wohl fühlt. Überall spüren wir die Gegenwart von Rosamunde Pilcher. Es ist für die Menschen hier anscheinend sehr wichtig, dass in diesen Filmen ihre zauberhafte Heimat gezeigt wird, dass auf diese spektakuläre Landschaft aufmerksam gemacht wird.
Zum Abschluß des Abends gibt es am Strand auf der Brücke ein wundervolles Feuerwerk zum Beginn des
Golowan-Festivals. Wir nehmen es natürlich als Abschiedsgruß für uns.
28.06.2008 Penzance, Bath
Um 8.30 Uhr fahren wir von Penzance ab. In der Nähe von Bodmin steht auf einem Hügel ein riesiges
Granitkreuz. Es erinnert an den „Vater“ der Minen rund herum. Zinn, Kupfer usw. Früher waren Luft, Wasser, Gras arsen-belastet. Die Kühe frassen das Gras, die Milch war belastet. Bei den jungen „Minors“ war im 19. Jahrhundert das Durchschnittsalter 26 Jahre. Früher gab es viel mehr Arbeitsplätze, aber dafür war die Umweltbelastung enorm. Heute ist die Umwelt in Ordnung, weil alle Minen stillgelegt sind. Dafür gibt es eine große Arbeitslosigkeit. In Großbritannien sind die
Lebensmittel ca. 25% teurer als auf dem Festland. Krankenkasse ist zurzeit noch umsonst, Es gibt das National Health System.Wir kommen vorbei an einem Windpark mit 15 Windrädern. Tausende sollen noch aufgestellt werden. Die Briten wollen 1/3 der Energie aus Windkraft erzeugen, zurzeit liegt die Abhängigkeit von Öl und Gas aus Russland noch bei 100%.
In St. Austell geht der Kaolin-Abbau auch zurück. Kaolin braucht man zur Verfeinerung des Porzellans. Eden Project ist in einer Kaolingrube entstanden. Kaolin ist pulverisiertes
Granit, wird auch zur Herstellung von Papier gebraucht.
Bodmin Moor ist kein natürlich entstandenes Moor, es wurde von Menschen gemacht. Die Wälder wurden
abgeholzt für die Feuer, die man zum Zinnabschmelzen brauchte. Hier ist es kälter als im westlichen Cornwall. Die südlichen, mediterranen Pflanzen haben hier keine Chance, weil es im Winter friert und schneit. Die Landschaft ist total karg, ab und zu sehen wir kleine Moorseen. Hier liegt das „Jamaica Inn“ von Daphne du Murier. An der Nordküste gab es die aktive Plünderung: Einer Kuh wurde früher ein Licht an den Schwanz gebunden. Ein fernes Schiff deutet dieses sich bewegende Licht als ein anderes Schiff, meint, dort sei eine Meerespassage, fuhr hinein und zerschellte so auf den Klippen. An der Südküste gab es die passive Plünderung: Warten, bis ein Schiff an den Klippen zerschellt und dann plündern. Früher sind die Piraten aus Polperro und Looe in den Kanal gefahren und haben Schiffe überfallen, um Tabak, Schnaps und Schmuggelgut zu erbeuten. Diese Schmuggelei war ein zweites Standbein für die Fischer. Es galt nur als Kavaliersdelikt, solange es keine Toten gab.
Launceston war eine der Zinn-Städte. Die Zinn-Leute hatten eine große Macht im Staate. 1838 ist das letzte Mal ein Zinnparlament zusammen getreten. Cornwall und Devon sind die am dünnsten besiedelten Gebiete in Westeuropa.
Bath: Die Römischen Bäder sind sehr interessant. Mit einem Audio-Guide durchgehen wir die einzelnen Stationen der Ausgrabungen. Es ist erstaunlich, wie systematisch hier früher die Bauherren gearbeitet haben. Das Städtchen Bath zeigt sich uns von seiner hübschesten Seite. Überall sind Blumen, Straßenkünstler machen Musik, viele junge Leute bevölkern die Straßen und Cafés. In der City steht eine wundervolle Kathedrale. Unser Abendessen nehmen wir im Pub „Rat and Parot“ ein. Es gibt Roastbeef mit Kartoffeln, Gemüse und Yorkshire-Pudding. Essen und das englische Bier sind sehr lecker.
29.06.2008 Bath, Windsor Castle, London
Unser Guide David wartete schon in Bath in unserem Hotel auf uns. Er begleitet uns auf dem Weg nach London. Unterwegs erzählt er uns viel Wissenswertes über die Minen, die soziale
Situation in den Counties, durch die wir fahren. Das Wetter ist wunderschön.
Windsor Castle: Wie überall bei den Sehenswürdigkeiten sind wir auch hier durchaus nicht allein. Ganze Heerscharen von Besuchern drängen sich um uns herum. Wieder werden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Windsor Castle ist die Sommerresidenz der königlichen Familie. Windsor Castle gilt als eine der schönsten Residenzen der Welt und ist die größte bewohnte Burg. Oben auf dem Round Tower, dem Runden Turm, weht die königliche Flagge, d.h. die Queen ist anwesend. Wir können also die Prunkgemächer nicht besichtigen. Es bleibt aber auch ohne diese Prunkgemächer noch genug zu sehen: u.a. die großen Waffensammlungen, die Repräsentationsräume der Königin mit den vielen Gemälden bekannter Meister. Am eindrucksvollsten ist der Saal mit den Wappen der Träger des Hosenbandordens. Dies ist der höchste Orden des Königreiches. Die St. George’s Kapelle hätten wir zu gern besichtigt, leider ist sie geschlossen. Draußen haben wir dann noch das große Vergnügen,
die Wachablösung mitzubekommen. Schnell werden Fotos geschossen, um diese Zeremonie nicht zu verpassen.
Die Stadtrundfahrt in London kann uns nur einen ersten Eindruck von der Stadt vermitteln: Houses of Parliament, Big Ben, Tower Bridge, Harrods (hier wären wir gern ausgestíegen). London ist total voll. Dieser Unterschied zu den letzten Tagen ist auch zu krass! Bisher viel Landschaft, Natur pur und nun dieser Verkehr!
30.06.2008 London, Greenwich, Dover, Calais, Brügge
Fahrt zum Buckingham Palace, gern wären wir ausgestiegen, es gibt für unseren Bus leider keine Möglichkeit zum Anhalten, es ist alles abgesperrt. Also: Städtereise nach London buchen und
die Stadt per U-Bahn oder Linienbus erkunden.
Unser Fahrer Nihat hat eine Überraschung für uns: Beim Royal Observatory Greenwich halten wir an. Wir stehen auf dem bekannten „Prime Meridian of the World“, dem legendären Nullten Längengrad. Zusätzlich haben wir noch einen wunderbaren Blick über London: Nochmal: das Riesenrad, the Big-Eye, Buckingham Palace von Ferne, St. Paul’s Kathedrale hinter den Bäumen, usw.
Das Wetter meint es wieder sehr gut mit uns. Wir erreichen in Dover die Fähre, fahren aufs Festland. Das Land des Euro hat uns wieder. Nihat darf wieder rechts fahren. Über Frankreich erreichen wir Belgien. In Brügge wartet das Apollo Art Hotel auf uns. Wir sind sehr zufrieden. Im Restaurant De Carré am Markt ist für uns gedeckt. Das 4-Gänge-Menue ist exzellent, das Ambiente
gefällt uns sehr gut. Auf dem Marktplatz beobachten wir Jongleure, Gaukler, junge Leute sind sehr fröhlich. Den wunderbaren Abend lassen wir in der Bar ausklingen.
01.07.2008 Brügge, Barsbüttel
Der Tag beginnt mit einem absolut hervorragenden Frühstück. Damit wir nicht am letzten Tag noch
einrosten, macht Ulla mit uns Gymnastik auf dem Rasen. Die Sonne scheint, wir sind rundherum glücklich und zufrieden.
Stadtführung in Brügge: Wir haben mit Carl das große Los gezogen. Er erzählt mit humorvollen Worten von Brügge, zeigt den Beginenhof, Liebfrauenkirche mit Michelangelos Jungfrau mit
dem Kinde. Eine wunderbare Arbeit, die wir bewundern dürfen, toll! Wieder haben wir das Glück, dass ein Frauenchor im Hintergrund zu hören ist. Carl hat vorgestern Geburtstag gehabt, ist 85 Jahre alt geworden. Wir bringen ihm ein Geburtstagsständchen. Er schmunzelt, führt uns durch verwinkelte Gassen über verwunschene Wege. Brügge erschließt sich uns als Kleinod. In unserer Gruppe höre ich immer wieder: dieses ruhige, humorvolle Finale der Rundreise war genau das
Richtige.
Barsbüttel – Brügge über Südengland, das waren 2.742 km. 680 kommen heute noch dazu. Wir werden am Ende der Reise also ca. 3.422 km gefahren sein. Vom 20.06. bis 01.07.2008 hatten wir
11 Sonnentage und einen Regentag. Für England ist das schon ein starkes Ergebnis.
In Barsbüttel erwarten uns liebe Menschen. Eine große Reise mit netten Menschen geht zu Ende. Schade.
Ina Ahlrichs