Reisebericht
24.September 2011
Um 6.oo Uhr stehen zwei Großraumtaxen am Stiefenhoferplatz/Rathaus für uns bereit und es geht ab zum Hauptbahnhof. Um den Reisepreis besonders günstig zu halten müssen wir auf der Hinfahrt 3x mit wechselnden Zügen vorlieb nehmen. Aber es geht alles problemlos über die Bühne. Vom Amsterdamer Bahnhof geht es zu Fuß Richtung New Sience Center zum Osterdok (Hafen). Dort liegt unser Schiff die MSP "Gandalf". Nach der Begrüßung und Kabinenverteilung gibt es zunächst einmal Kaffee/Tee und Kuchen. Anschließend starten wir zu einer Grachtenfahrt mit vielen bunten Eindrücken; durch die Prinsengracht, die Herrengracht, Kaisergracht und vielen anderen mehr, vorbei an wunderschönen Häuserfassaden, kleinen Gassen und einem Fahrradparkhaus über drei Etagen ( sehr beeindruckend).
Wieder an Bord stellt sich unsere Reiseleiterin Lia vor und bespricht mit uns den folgenden Tag. Lia begleitet uns während der gesamten Tour auf dem Fahrrad und hilft mit Rat und Tat. Um 18.30 Uhr gibt es ein hervorragendes Abendessen mit einem drei Gänge Menü. Dabei stellt sich die gesamte Mannschaft, Hans der Skipper, Pim der Koch und Marcin der Decksmann vor. Wir lassen den Tag mit einem Glas Genever, einem Glas Bier oder Wein ausklingen.
25.September 2011
Bei strahlendem Sonnenschein starten wir zu unserer ersten Etappe Richtung Utrecht. Wir fahren an dem Fluss Vechte, an kleinen Häuschen mit Gärten vorbei - es sieht aus wie in einer Puppenstube - einfach zauberhaft. Auf der Rückfahrt zum Schiff reißt bei Hardy die Fahrradkette. Hier ist eine Reparatur - zumal auch noch am Sonntag - nicht möglich. Hardy fährt mit einem Taxi zum Schiff zurück. Unsere Lia fährt mit zwei Rädern - eines mit der rechten Hand geführt - die restlichen 25 km zurück. Utrecht eine große Stadt mit Universität und Dom, viel Verkehr! Hier ist das Gruppenfahren nicht so einfach. Das Abendessen mit drei Gänge Menü auf dem Schiff ist einfach Spitze. Eine laue Spätherbstnacht an Deck beschließt den schönen Abend.
26.September 2011
Heute geht die Tour weiter nach Oudewater. Eine kleine historische Stadt mit gut erhaltenen Häusern und historischem Marktplatz aus dem 16. Jahrhundert. In diese Stadt kamen dünne Frauen, teilweise von weit her, um sich bescheinigen zu lassen sie seien keine Hexen.
Von hier geht es weiter nach Gouda (Käsestadt ). Aber Gouda hat nicht nur Käse sondern vor allem die längste Kirche in den Niederlanden zu bieten. Mit 123 m Länge und in Form einer Kreuzbasilika mit wunderschönen Glasfenstern, wurde diese Kirche im Jahre 1573 den Protestanten zugewiesen. Sie ist heute noch aufgrund ihrer wunderbaren Akustik und den einmaligen Glasfenstern weltbekannt. Während des zweiten Weltkrieges wurden diese Glasfenster ausgebaut, in Kisten verpackt und in der Erde vergraben, teilweise auch in den Sanddünen versteckt.
Am Abend wird wieder ein perfektes drei Gänge Menü an Bord serviert. Wie macht Pim der Koch das nur in der kleinen Küche??
27.September 2011
Heute geht es nach, Niewerkerk und Kinderdiyk. Durch pure Natur mit vielen Wassergräben und Bauernhöfen - teilweise auf einer Warft - vielen gepflegten Gärten und Obstanbau fahren wir in Kinderdiyk ein. Hier stehen 21 Windmühlen wie zu einer Parade aufgereiht. Aber halt, es sind keine Getreidemühlen sondern Wassermühlen. Wir lernen viel über die Wasserwirtschaft und Landgewinnung in den Niederlanden und besichtigen eine der klassischen Wassermühlen. Nach dieser kurzen Tour geht es mittags mit dem Schiff auf dem Lek durch Rotterdam nach Delft. Eine sehr schöne Fahrt! Delft ist eine außerordentliche Stadt mit dem typischen Marktplatz der niederländischen Städte. In der Stadt fallen die schmalen hohen Häuser mit wunderschönen Giebeln auf. Lia erklärt uns, dass die Steuer nach der Breite der Häuser festgelegt ist. Unser erster Spaziergang durch die Stadt Delft ist beeindruckend; auch die moderne Architektur fällt auf. Es gibt in den niederländischen Universitäten überdurchschnittlich viel Architekturstudenten.
Zurück an Bord überrascht Pim uns wieder mit seinem Drei Gänge Menü. Anschließend Ausklang mit netten Gesprächen und anregenden Getränken.
28.September 2011
Am Morgen wird die Porzellanmanufaktur "Royal Delft" besichtigt. Schönes und teures Porzellan. Wir treffen dabei auf eine deutsche Fahrradgruppe aus Köln, die wie wir mit Schiff und Rad unterwegs sind. Im Anschluss geht unsere Tour durch das grüne Herz Hollands. Natur pur mit Wasserkanälen und Landwirtschaft. In diesem grünen Überschwang sehen wir plötzlich an einer Hofeinfahrt eine überdimensionale Eistüte stehen. Halt Stopp! Hier wird eine außergewöhnliche Pause mit Eis eingeschoben.
Weiter geht's. Lia hat einen Termin vereinbart. Ein Bauernhof mit Milchwirtschaft und eigener Käseherstellung. Eine attraktive Bäuerin erwartet uns. Karin van Veen erklärt uns den Hof, das Vieh und die Käseherstellung. Eine Probe bleibt natürlich nicht aus. Zum Käse gibt es einen kleinen Schluck Portwein. Der Käse 6 Monate, 1 Jahr und 3 Jahre wird gekostet und natürlich gekauft. Karin van Veen macht, so denke ich, einen guten Umsatz.
Aber jetzt weiter nach Leiden. Wieder eine Universitätsstadt! Und eine sehr schöne Stadt mit einem gewissen Flair. Wir fühlen uns nach einem Rundgang sehr wohl und freuen uns auf das Abendessen. Pim, unser Koch, enttäuscht uns auch heute nicht.
29.September 2011
Pünktlich um 9.00 Uhr geht es wieder auf das Rad. Zunächst nach Isselburg; hier ist Markttag. In einer Bäckerei erwerben wir die ersten Spekulatius, die wir später als Probe an Bord verzehren. Nach einer Pause geht es weiter in die grüne Landschaft zu den Blumenzüchtern und deren Feldern zum Keukenhof . Nach kurzer Stippvisite dort und einem Blick auf das kleine Schloss geht es weiter an die Nordsee nach Nordwyk mit Pause am Strand. Ein breiter und langer Sandstrand - ohne Strandkörbe - einer Sonne mit gut 25 Grad und einer gewissen "Beine hoch und Augen zu" Situation. Aber wir sind ja auf Tour und wollen etwas sehen.
Weiter durch die beeindruckende Dünenlandschaft nach Zandvoort. Hier gibt es Fisch und Matjes.
Über eine hügelige Dünenlandschaft geht es nun weiter nach Harlem. Eine lebendige Stadt mit vielen jungen Leuten, einem großen Marktplatz, vielen schönen alten Häusern und Geschichte, die wir am nächsten Tag sehen und erleben sollten.
Unser Drei Gänge Menü verwöhnt uns wiederum sehr. Ein sehr schöner Ausklang mit der Suche nach dem "Mond" beschloss diesen Tag.
30.September 2011
Heute findet die Stadtbesichtigung statt. Wir besuchen das Museum von Corry ten Boom; hier fand eine deutschsprachige Führung über das Leben und Wirken der Familie ten Boom statt. Kaum einer kennt diese Frau, die vielen, vielen jüdischen Familien das Leben gerettet hat.
Das Buch über ihr Leben und Wirken ist lesenswert.
Die Kirche in Harlem beinhaltet wohl die größte Orgel mit über 5800 Pfeifen in
Europa. Eine kurze Kaffeepause und es geht auf das Fahrrad Richtung Amsterdam. Nach einer 2 stündigen Radtour stoßen wir auf eine Fähre. Diese Fähre ist ein Tragflächenboot, das 15 Fahrräder mitnimmt. Also müssen wir in zwei Gruppen fahren und haben so Zeit gespart. Diese Zeit wollen wir für eine besondere Stadtrundfahrt mit einer Schaluppe nutzen. Lia führt auch diese Rundfahrt hervorragend. Somit haben wir einen tollen Abschluß unserer Reise.
Das Drei Gänge Menü besteht aus einer holländischen Spezialität. Den Tag lassen wir an Deck ausklingen.
01.Oktober 2011
Der Tag der Abreise.
Vormittags haben wir noch etwas Zeit für einen Marktbesuch in Amsterdam. Nach einem Bummel und einem Kaffee geht es zum Schiff. Wir gehen mit unserem Rollgepäck zum Bahnhof und unser ICE (natürlich mit Verspätung und auf dem falschen Gleis) bringt uns nach Barsbüttel zurück.
Wir sind uns einig:
Eine wunderschöne Reise mit traumhaftem Wetter und einer harmonischen Gruppe.
Peter Frank