Reisebericht
Freitag, 25. März
Morgens um 06.30 Uhr startet die Gruppe mit dem Bus zum Hamburger Flughafen. Das Einchecken bei Air Berlin ist total entspannt, unser Flug sehr ruhig. Wir erreichen Rom bei strahlendem Sonnenschein. Im Hotel warten unsere Zimmer schon auf uns. Es ist noch Zeit für einen Spaziergang, zum Erkunden der näheren Umgebung. Wir wohnen direkt am Vatikan. Bis zum Petersplatz sind es vielleicht 5 Minuten zu Fuß. Die ersten Stunden in Rom sind sehr interessant.
Um 17.30 Uhr treffen wir Lydia, unsere Führerin für die nächsten Tage. Wir fahren in den bezaubernden Stadtteil Trastevere, besichtigen die Kirche Santa Maria de Trastevere, die älteste Marienkirche Roms. Über den belebten Platz geht es weiter durch enge, verwinkelte, urige Gassen zu unserem Restaurant Ai Fienaroli. Das Essen ist lecker, die Stimmung ist Spitze.
Nach einem kurzen Spaziergang durch das quirlige Trastevere zu unserem Bus folgt eine grandiose Lichterfahrt durch das nächtliche Rom, vorbei an der Engelsburg, der Tiberinsel, den wunderbaren Gebäuden, Brücken, über tolle Plätze, vorbei am Kolosseum und natürlich dem Petersdom. Wir sind schier erschlagen von den vielen Eindrücken dieser wunderschönen Stadt Rom mit ihren ca. 3.600.000 Einwohnern.
Samstag, 26. März
Die Basilika St. Paul vor den Mauern ist unser erstes Ziel. Über dem Grab des Apostels Paulus wurde diese Kirche errichtet. 1823 brannte sie vollständig ab. Man hat sie originalgetreu wieder aufgebaut. Es ist wunderbar hier drin. Das erste Mal wird uns bewusst, dass wir hier am Grab des Apostels Paulus stehen, einem Menschen, der Jesus erlebt hat. Es ist ergreifend. Wir lauschen den Erklärungen Lydias, bestaunen die wundervollen Mosaiken in der Apsis mit dem segnenden Christus. Nur der Mittelteil ist noch im Original vorhanden. Lydia macht uns aufmerksam auf die 265 Mosaikmedaillons sämtlicher Päpste von Petrus bis zum heutigen Benedikt.
Wir wandeln durch den erhalten gebliebenen romanischen Kreuzgang. Viele Ausgrabungsteile schmücken die Wände.
Der Bus fährt uns ins historische Zentrum. Wir schlendern über die Spanische Treppe. Viele, viele Besucher sind hier. Durch kleine Straßen kommen wir zum Fontana di Trevi, werfen eine Münze in den Brunnen. Auf der Piazza Navona bestaunen wir den Vier-Ströme-Brunnen. Die Männerfiguren auf ihm symbolisieren die vier Ströme der damals bekannten Kontinente: Donau, Ganges, Nil und Rio de la Plata.
Beeindruckend ist das Pantheon. Dieser größte Hallenbau der Antike ist den sieben planetarischen Göttern geweiht. Die Könige Viktor Emmanuele II und Umberto I ruhen in einem antik-römischen Sarkophag.
Draußen bestaunen wir die vielen Künstler, die ihre Bilder präsentieren, freuen uns an der Sonne, der Wärme. Rom ist unglaublich.
Sonntag, 27. März
Heute steht als erstes die Besichtigung der Engelsburg auf dem Programm. Kaiser Hadrian ließ diese imposante Rundburg vor über 1800 Jahren für sich als Mausoleum erbauen. Über eine schneckenförmige Rampe erklimmen wir die Burg. Es ist etwas ganz anderes, die Geschichte zu hören, zu lesen, oder sie sich im Gebäude vorzustellen. Im obersten Raum der Burg sehen wir ein Kunstwerk, das bis vor kurzem verschollen war. Es ist ein imposantes schwarzes Gemälde, das einen wütenden Kriegsgott zeigt. Ein kleiner Engel versucht ihn fest zu halten.
Zu Fuß geht es weiter zum Petersplatz. Hier erscheint Punkt 12.00 Uhr Papst Benedikt, spricht ein Gebet und begrüßt die vielen Menschen in der jeweiligen Landessprache. Er gibt uns seinen Segen. Es ist ein sehr anrührender Moment.
Nach einer kurzen Pause fahren wir zum Kolosseum. Über viele alte Treppen erklimmen wir die Zuschauertribünen. Dieser alte Bau ist wirklich umwerfend. Wir versuchen, uns die alten Tierhetzen und die Gladiatorenkämpfe vorzustellen.
Weiter geht's hinauf zur Kirche San Pietro in Vincoli. Hier bewundern wir den Moses, den Michelangelo schuf.
Treppauf, treppab führt uns Lydia zum Forum Romanum am Fuße des Palatins. Durch die Ruinen der Tempel- und Palastanlagen wandern wir hinauf bis auf den kapitolinischen Hügel, bewundern das Reiterstandbild auf dem Campodoglio, dem kleinsten aber historisch bedeutendsten der sieben Hügeln Roms.
Montag, 28. März
Heute ist Vatikan-Tag. Vorbei an nicht enden wollenden Warteschlangen führt uns Lydia zum Eingang für angemeldete Gruppen. Zuerst besichtigen wir die vatikanischen Gärten. Es ist schön hier, ruhig, grün. Hier könnte man meditieren. Emanuele, unser junger Führer, hat 8 Jahre in Harburg gelebt und bringt uns heute die Gärten mit ihrer Mythologie nahe. Wir genießen viele schöne Brunnen, Statuen, Bäume (u.a. den Judasbaum), kleine Grotten mit Statuen, den Kakteengarten, den englischen und französischen Garten. Um 12.00 Uhr erschallt ein Kanonenschlag. Alle Besucher sollten jetzt die Gärten verlassen, weil sie danach nur noch dem Papst vorbehalten sind.
Nach einer kurzen Pause erzählt uns Lydia auf der Terrasse die Geschichte des Vatikans, bringt uns im Piniengarten die Einzelheiten der Fresken und Malereien der Sixtinischen Kapelle nahe. Ohne diese Erklärungen hätten wir die Einzelheiten und Schönheiten nicht entdeckt. Auf dem Weg durch die vatikanischen Museen hätten wir Zeit haben müssen, um die Pracht der Gemälde, Skulpturen genauer in uns aufnehmen zu können. Die Masse der Besucher wird immer dichter, bis sie uns in der Sixtinischen Kapelle schier erdrückt. Trotzdem ist es für uns unfassbar schön, was Michelangelo dort erschaffen hat.
Weiter geht es zum Petersdom, der wirklich monumental ist. Die Kuppel ist unwahrscheinlich. Wir sind so entsetzlich klein. Ergriffen stehen wir vor den vielen Seitenaltären, vor den imposanten Bildern und Gruppen.
Nach soviel Kunst, die uns fast erschlägt, kommen wir hinaus an die frische Luft. Der Petersplatz wird schon vorbereitet für die große Papstaudienz und den Segen "Urbi et Orbi" am Mittwoch.
Heute Abend essen wir Fisch im Piemontese. Es ist einfach phänomenal, was die Kellner uns bringen: Austern, Scampi, Calamares, Muscheln, Meeresfrüchte wunderbar, Pasta: superlecker, Obst als Nachtisch. Wir werden unheimlich verwöhnt, toll!
Dienstag, 29. März
Inge hat Geburtstag. Es gibt unser obligatorisches Ständchen.
Dann zeigt uns Lydia 3 Stunden lang ihr romantisches Rom, wir schlendern durch das Judenviertel, bewundern die vielen wunderbaren Villen, Palazzi, Innenhöfe, schöne Flecken. Auf der Piazza dei Fiori ist Markt. Wir schlendern durch die Stände.
In einem besonders schönen Innenhof, der so richtig romantisch ist, verabschieden wir uns offiziell von unserer Lydia, die eine ausgezeichnete Führerin war, uns Rom, die Geschichte und Geschichten nahe gebracht hat. Nicht eine Minute ihrer Erklärungen möchten wir missen. Es ist schön, unser offizielles Rom-Programm so zu beenden mit behutsamen Bildern einer großen, quirligen Stadt. Es bleibt uns noch ein Nachmittag für private Entdeckungen.
Mittwoch, 30. März
Wir werden zum Flughafen begleitet. Nach einem ruhigen Flug kommen wir in Hamburg an. Unser Bus wartet schon auf uns und bringt uns nach Barsbüttel. Hier endet unsere Reise, eine Reise, die uns froh und glücklich gemacht hat. Die vielen unvergleichlichen Eindrücke müssen erst noch verarbeitet werden.
Ina Ahlrichs