Reisebericht
Am Donnerstagmorgen um 7.00 Uhr verlassen 47 Reisende Barsbüttel. Nach ca. 2 Stunden gibt es ein nettes Frühstück (vom Busunternehmer) mit etwas Bewegung, damit wir während der Busreise keine Probleme bekommen. Danach stehen wir leider vor Bremen in einem ordentlichen Stau. Später, an der deutsch-niederländischen Grenze machen wir eine umfangreiche Pause mit vorzüglichem Picknick. Weiter geht es auf dem schnellsten Weg nach Delft. In Delft erwartet uns ein quirliges Städtchen voller feiernder Jugendlicher und junger Familien. Am 30.04. ist traditionell Königinnentag in den Niederlanden. Es ist ein Nationalfeiertag. Wie wir später erfahren, hat es heute in Appeldorn einen Anschlag auf die königliche Familie gegeben. Die Flaggen wehen auf Halbmast. Die Niederländer sind total geschockt.
Unsere Stadtführerinnen gehen mit uns in die Neue Kirche. Wir erfahren viel über die Geschichte von Delft, die Rolle als Prinzenstadt. In der Neuen Kirche sind 44 Personen der königlichen Familie in der Gruft beigesetzt, zuletzt Königin Juliane, Prinz Bernhard und Prinz Claus. Die Niederländer sind sehr stolz auf ihr Königshaus, auf ihre Geschichte und Tradition.
Wir werden durch verwinkelte Gassen geführt, erfahren die Geschichten der Strassen, gehen vorbei an romantischen Grachten, bewundern die schiefe Alte Kirche. Heute ist die Stadt voller kleiner Musikgruppen, überall sind Bühnen aufgebaut, vor denen Menschentrauben stehen. Die Sonne verwöhnt uns. Dies kann heute nur eine Stippvisite gewesen sein. Man bräuchte Zeit zum Bummeln, Schauen, Stöbern.
Später am Tag erreichen wir unser Hotel in Vianen. Alle sind überrascht von dem sehr schönen Hotel, vom wundervollen Abendessen. Es gibt ein Buffet vom Feinsten: Hummersalat, Austern, Carpaccio vom Rind, diverse Gemüsesorten, Kartoffeln in jeder Variation, Fisch wird vor unseren Augen frisch gebraten. An anderer Stelle gibt es frisch gebrutzeltes Fleisch, beim Wok kann man sich sein Essen selbst zusammenstellen und garen lassen. Das Dessertbuffet sprengt den Rahmen.
01. Mai 2009
Als erstes haben wir ein Geburtstagskind: Jürgen. Wir bringen ihm unser Geburtstagsständchen, überreichen ihm die Girlande mit den vielen guten Wünschen der Mitreisenden.
Die Niederländer können echt mit dem Element Wasser umgehen. Auf der Fahrt nach Alsmeer erzählt uns unser Fahrer, wie man den Sand hier aufgespült hat, dadurch sind viele Seen entstanden, die innerhalb kürzester Zeit von den diversen Wasservögeln bevölkert wurden. Wir bestaunen Graureiher, Haubentaucher, Enten, Schwäne. Die kleinen Örtchen, durch die wir fahren, zeigen sich von ihrer nettesten Seite. Es ist hübsch, die kleinen Grachten und die wunderbar gestalteten Vorgärten zu bewundern.
In Alsmeer bestaunen wir die Blumenauktion. So haben wir uns das nicht vorstellen können. Hier findet die Versteigerung mit einem überaus breiten und tiefen Sortiment an Blumen und Pflanzen statt. Diese werden vor dreizehn Uhr
in fünf Versteigerungssälen versteigert. Es ist eine logistische Meisterleistung, wie innerhalb kürzester Zeit Hunderttausende von Blumen den Besitzer wechseln, wie in den riesigen Lagerhallen die entsprechenden Kontingente zusammen gestellt und zur Ausgabe gebracht werden.
Weiter fahren wir zum Keukenhof. Der Keukenhof ist eine holländische Gartenanlage in der Nähe des Örtchens Lisse. 1857 erstellte der Landschaftsarchitekt Zocher den Gartenplan. Noch heute bildet der englische Landschaftsgarten, den er damals schuf, die Grundlage des Parks. Die schönsten Zwiebelblumen gibt es hier jedes Jahr wieder zu sehen: Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, die in dem sandigen und kalkhaltigen Boden besonders gut gedeihen. Der Keukenhof hat sich zu einer der größten holländischen Touristenattraktionen entwickelt. Er ist ein Ziel für alle Blumenliebhaber. Mit seinen 32 Hektar ist er auch der größte Skulpturenpark der Niederlande mit 150 Werken von 50 Künstlern.
Hier genießen wir die wunderschöne Parkanlage, eine Blumen-, Blüten- und Farbenorgie. Toll das Zusammenspiel zwischen Farbe, Blumen, Park, Wasser und Kunst. Es ist unwahrscheinlich schön hier. Heute sehen wir viele alte Trachten. Es ist hübsch, die Kinder in der traditionellen Kleidung zu bewundern. Wir sitzen am Wasser, beobachten die Schwäne, lassen die Seele baumeln.
Nach einem kleinen Picknick auf dem Busparkplatz fahren wir weiter nach Amsterdam, der Hauptstadt der Niederlande mit etwa 800.000 Einwohnern. Amsterdam liegt an der Mündung der Amstel. Die Stadt ist durch den Nordzeekanal mit der Nordsee verbunden, mit einem Damm gegen Überschwemmungen geschützt und von zahlreichen Grachten durchzogen. Amsterdam wurde auf etwa 5 Millionen Tannenstämmen erbaut. Im 13. Jahrhundert bekam Amsterdam die Stadtrechte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war sie die wohlhabendste Stadt Europas. Unzählige Denkmäler zieren den Stadtkern. Die Handelshäuser wurden entlang der 165 Grachten gebaut, die als Transportwege genutzt wurden. Hier ist heute für uns eine Grachtenfahrt gebucht. An den Ufern der Grachten und unter Brücken finden wir viele schmutzige Reste von gestern. Amsterdam ist eine Großstadt voller Charme. Heute versteckt sie ihn vor uns.
In einer Diamantenschleiferei erfahren wir spannende Informationen zur Bearbeitung der schönen Steine, hören, wonach sich der Preis richtet: Farbe, Reinheit, Größe. Beim Schleifen können wir zusehen, leider keinen Diamantstaub zusammenfegen. Dieser Staub wird sofort aufgesaugt und später für die Pflege der Geräte benötigt.
Nach einem wunderschönen Abendessen in unserem Hotel erkunden wir das kleine Örtchen Vianen. Wir sind entzückt vom kleinen übersichtlichen Zentrum, sitzen noch lange an der Straße unter einer Markise, genießen den lauen Abend und singen ganz leise einige Lieder. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.
2. Mai 2009
Geruhsam genießen wir das ausgezeichnete Frühstück, produzieren das obligatorische Gruppenfoto und fahren nach Delft. Damit uns die Fahrt nicht lang wird, singen wir mit Chorleiterin Wilma. Dieses morgendliche Singen ist ein toller Auftakt in den Tag.
In Delft besichtigen wir die Porzellanmanufaktur "De Delftse Pauw". Hier erfahren wir viel Interessantes über die Herstellung der Keramik, über das Brennen und das Bemalen per Hand. Natürlich können wir im anschließenden Schau-Raum auch Exemplare begutachten, bewundern und kaufen.
Den Haag:
Lya, unsere Stadtführerin, steigt am Bahnhof zu. Mit ihr fahren wir durch Den Haag, dem Regierungssitz der Niederlande. Seit 1831 ist Den Haag Residenz des Königshauses. Den Haag ist reich an kleinen und mittelgroßen Handels- und Industrieunternehmen. Der Dienstleistungssektor mit den vielen Büros aller Art ist allerdings Schwerpunkt. Wir besichtigen den Binnenhof, das politische Zentrum der Niederlande. Hier entstand im 13. Jahrhundert der Rittersaal, wo jetzt noch immer am dritten Dienstag im September die Königin mit der Verlesung der Thronrede das parlamentarische Sitzungsjahr offiziell eröffnet. Zwischen 1750 und 1900 wurden in Den Haag großartige, vornehme Häuser errichtet, die wir heute noch bewundern können im Diplomatenviertel. Am Friedenspalast machen wir einen kurzen Busstopp. Neben dem Friedenspalast steht ein kleiner Pfeiler mit der Friedensflamme. Um ihn herum ist ein Kreis gebaut mit Steinen aus aller Herren Länder. Aus Deutschland liegt dort ein klitzekleiner Stein aus der Berliner Mauer. Sehr eindrucksvoll!
Mittagspause machen wir am Strand von Scheveningen. Vom kleinen Fischerdorf hat sich Scheveningen zum größten Seebad der Niederlande entwickelt. Wir staunen wir über den unglaublichen Rummel. In Dreier- oder Viererreihen ziehen sich Buden, Pubs, Restaurants und Läden am Strand entlang. Auf der Seebrücke finden wir in 2 Etagen viele Läden, Souvenirshops. Wir fühlen uns an Brighton erinnert. Lya hat uns vorher das Hotel gezeigt, in dem Hilary Clinton kürzlich während der Friedenskonferenz übernachtet hat. Das Haus hat Flair. Scheveningen, das Seebad, reißt uns nicht vom Hocker.
Madurodam, unser nächster Programmpunkt, ist ein Freizeitpark in Den Haag. Die Anlage ist ca. 18.000 m² groß und beinhaltet über 300 Modelle der wichtigsten Bauwerke, Landschaftsausschnitte und technischen Objekte der Niederlande. Die Modelle sind im Maßstab 1 : 25 gebaut. Mit der im Jahre 1950 entstandenen und im Juli 1952 eröffneten Anlage wollten die Eheleute Maduro das Andenken ihres Sohnes George ehren, der im Jahre 1945 im Konzentrations-lager Dachau starb.
Bei wunderschönem Sonnenschein genießen wir die Anlage.
Unser eindrucksvoller Besichtigungstag klingt aus an einem köstlichen Buffet.
3. Mai 2009
Das ist heute schon der letzte Tag unserer Hollandreise. Wir genießen noch einmal das exzellente Frühstück und verlassen schweren Herzens unser komfortables Hotel mit dem liebenswerten Personal. Unser Ziel ist Volendam. Das Dorf entstand bei einem verlandeten Gewässer als Vorhafen von Edam. Bis ca. 1920 war es ein Fischerdorf. Am Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Maler und andere Touristen und entdeckten das ursprüngliche, eigenartige und abgelegene Volendam. Als 1932 der Abschlussdeich fertig war und die Zuidersee vom Wattenmeer getrennt, war es aus mit der Nordseefischerei Volendams. Dafür kamen die Touristen und schafften genügend neue Arbeitsplätze. Wir sind entzückt vom kleinen Touristenort Volendam.
In der Käserei Alida Hoeve lauschen wir den kurzen Erklärungen einer kessen "Frau Antje", probieren und kaufen Käse. Ein Holzschuhmacher demonstriert uns seine Arbeit.
Das mittägliche Picknick findet wegen des feuchten Wetters in den Wartehäuschen eines Linienbuswendeplatzes statt. Der gerade gekaufte Matjes und auch der Käse schmecken hervorragend.
Die Fahrt über den Abschlussdeich versüßen wir uns mit Musik.
In Bad Zwischenahn sind für uns Tische gedeckt. Bei Kaffee und Tee genießen wir den außerordentlich leckeren Kuchen. Um ca. 20.00 Uhr sind wir in Barsbüttel. Eine tolle Kurzreise findet damit ihr Ende.
Ina Ahlrichs