Seien Sie herzlich willkommen auf unserer Homepage. Der Bürgerverein bietet Veranstaltungen für alle Interessierten in und um Barsbüttel an, jeder ist herzlich eingeladen daran teilzunehmen.
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Reise des Bürgervereins in den Spreewald

vom 19. - 22.06.2017

 

Am 19.06. starteten 43 Teilnehmer zur Reise in den Spreewald. Diese Region im Süd­osten der Bundesrepublik war für viele Personen unbekannt. Insofern waren wir sehr gespannt, was uns erwartet. Unser Reiseunternehmen sandte uns einen hervorragenden Fahrer mit einem wunderbaren Bus. Beim ersten Stopp in Stolpe gab es leckere Brötchen und Kaffee. Damit war der Vormittag erstmal gerettet.

Im strahlenden Sonnenschein gab es ein vorzügliches Bürgervereins-Picknick in der Nähe von Potsdam.

 

Gegen 14.30 Uhr sind wir am Hotel. Wir werden sehr nett empfangen. Der Bezug der Zimmer geht total entspannt und streßfrei über die Bühne. Es folgt eine entspannte Stadtrundfahrt mit unserer Reiseleiterin Christine. Sie hat eine wunderbar schnodderige Art, uns die Geschichte von Deutschland Ost und speziell dieser Region nahe zu bringen. Ein Stadtrundgang durch Cottbus steht auf dem Programm. Cottbus hat ca. 92.000 Ein­wohner. Wir spazieren über den Altmarkt. Einst wichtiger Handelsplatz und ursprünglich mit Fachwerkhäusern umbaut, zeigt sich der Altmarkt in Cottbus heute als eindrucks­volles Ensemble von Bürgerhäusern im sächsischen Barock und klassizistischen Traufen­häusern des 18./19. Jahrhunderts. Im Apothekenmuseum sind in der über 400 Jahre alten Löwenapotheke u.a. Apothekeneinrichtungen aus dem 19./20. Jahrhundert, Kräuter- und Giftkammer und Arzneikeller zu besichtigen. Leider hat das Apothekenmuseum heute schon geschlossen und wir können nur die wunderbare Fassade bestaunen.

Unser Abendessen in Büffetform rundet diesen ersten Tag ab.

 

20.06.: Spreewaldrundfahrt und Kahnpartie

Christine, unsere Reiseleiterin, begleitet uns auf unserer Rundfahrt durch den Spreewald, erzählt vom Leben im Spreewald, die Geschichten der kleinen Dörfer. In Straupitz be­sichtigen wir die Schinkelkirche. Die Kirche hat für den kleinen Ort eine unglaubliche Größe. 1.000 Personen haben Platz in diesem großen Bau. Karl Friedrich Schinkel hat die Pläne erstellt. Hiernach wurde die Kirche von 1828 - 1832 erbaut. Wir sind ganz fasziniert von dieser schlichten, sehr imposanten Kirche, die ihre einzigartige Note durch die Turm­anlage erhält. Dieses 2-türmige, beeindruckende Gotteshaus zieht uns in seinen Bann.

Straupitz, dieser kleine Ort, hat noch mehr zu bieten: hier steht die letzte produzierende Dreifachwindmühle Europas mit einer Mahl-, Öl- und Sägemühle. Wer die Mühle betritt, fühlt sich um hundert Jahre zurück versetzt. Wie ein Wunder erscheint dem Besucher die durch Wind- oder Motorkraft betriebene Technik. Den Ölmüllern kann man bei der Arbeit zuschauen. Natürlich kann man das frisch gepresste Leinöl auch kosten und erwerben. Sehr gesund soll Quark mit Leinöl zu Pellkartoffeln sein.

Das Biosphärenreservat Spreewald ist in Mitteleuropa eine einzigartige Landschaft. Der besondere Reiz des Spreewaldes liegt in seiner parkartigen, von zahlreichen Fließen durchzogenen Landschaft. Der Spreewald ist Lebensraum einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. 1990 wurde der Spreewald zum Biosphärenreservat erklärt, 1991 erhielt es den UNESCO-Status.

Gegen Mittag stehen zwei Spreewaldkähne für uns bereit. Wir gleiten durch die kleinen Fließen, erfreuen uns an den Geräuschen der Natur, am Glucksen des Wassers, bestaunen den schnelle Flug der blauen Libellen. Sie lieben besonders die gelben Blüten der kleinen Seerosen. Am Bachrand entdecken wir 2 Nutrias. Eine Ringelnatter gleitet durch die Uferpflanzen.  Es ist paradiesisch schön unter dem grünen Blätterdach.

Nach der Kaffeepause ändert sich die Szenerie ein wenig. Das Blätterdach weicht einem hohen, blauen Himmel, Die Fließarme werden immer schmaler. Der Kahn paßt gerade mal durch. Wir genießen die Zeit in der einzigartigen Natur sehr.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch lange in großer Runde zusammen.

 

21.06. Bautzen

Im Jahre 1002 wurde die Burg Budusin erstmals in einer Urkunde erwähnt. Seitdem erlebte die Stadt im Zentrum der Oberlausitz eine sehr wechselhafte Geschichte. Doch seit der politischen Wende hat Bautzen eine Entwicklung erfahren, die in der langen Historie ihresgleichen sucht. Die Altstadt wird gern als eines der gelungensten Sanierungsbeispiele Ostdeutschlands genannt. Sie ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Besonders die vielen Türme geben der zweisprachigen Stadt ein besonderes Flair. Hier in Bautzen leben nicht nur Deutsche sondern auch Sorben, Angehörige des kleinsten slawischen Volkes. Vor über 1000 Jahren besiedelten slawische Stämme große Teile Mittel- und Norddeutschlands. Heute gibt es nur in der Lausitz noch etwa 60.000 Sorben, die kein anderes Mutterland außerhalb Deutschlands haben. Die sorbische Sprache gehört zur westslawischen Sprachgruppe. Bautzen war und ist das politische und geistig-kulturelle  Zentrum der Sorben. Etwa 5 - 10% der Stadtbevölkerung haben die sorbische Nationalität. Die Beschilderung aller Straßen und Plätze sowie öffentlichen Einrichtungen  erfolgt zweisprachig.

Bei einem Stadtrundgang verzaubert uns Bautzen mit schönen Patrizierhäusern, mit engen, verwinkelten Gassen. Ganz interessant finden wir die Simultankirche, den Dom St. Peter. Hier werden Gottesdienste für zwei Glaubensrichtungen gehalten: 2/3 des Domes gelten evangelisch, 1/3 gilt katholisch. Es ist sehr eindrucksvoll für uns, hier in diesem Gotteshaus zu stehen.

Im Bautzener Senfladen probieren wir viele leckere und außergewöhnliche Senfsorten.

Unsere Reiseleiterin führt uns in ein Benediktinerkloster. Es ist wunderbar, hier unter alten Bäumen  zu stehen, die wundervollen Gebäude zu bestaunen, in der kleinen Kapelle ein kleines Orgelkonzert und im versteckten Kaffeegarten Kaffee und Kuchen zu genießen.

Der Weg zurück nach Cottbus führt uns an einem sorbischen Friedhof vorbei, Ganz besonders ist hier, daß alle Gräber gleich und die Inschriften natürlich in sorbisch und deutsch gedruckt sind. Alle Toten werden hier nacheinander und auf die gleiche Art beerdigt, es gibt keine Unterschiede, Putzfrau oder Bürgermeister, vor Gott sind alle gleich.

Die Region, die wir in den letzten 3 Tagen kennen gelernt haben, ist eine ganz spezielle. Selten haben wir so viele Besonderheiten auf engstem Raum erlebt. Wir sind außer­ordentlich beeindruckt.

 

Am Abend offeriert man uns als Abschluß ein Spreewaldbuffet. Andrea und ihr Mann unterhalten uns anschließend mit Spreewaldtänzen, Andrea natürlich in einer sehr kleidsamen Spreewaldtracht. Schwungvoll animiert sie uns bei der Annemarie-Polka zum Mitmachen. Barsbütteler sind absolut nicht stur.

Ein wunderbarer Abend beschließt diesen außerordentlichen Tag.

 

22.06. Branitzer Park - Heimreise

Nach dem Frühstück müssen leider schon die Koffer verladen werden. Bevor wir allerdings die Spreewald-Region verlassen, machen wir mit Christine noch einen Spaziergang durch den wundervollen Branitzer Park. Etappenweise erfahren wir vom Leben des legendären Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Mit dem Branitzer Park hat er einen Landschaftspark nach englischem Vorbild geschaffen. Wir genießen es sehr, zum

Abschluß unserer Kurzreise diesen entspannenden Spaziergang in wundervoller Natur,

entlang an kleinen Bächen und Seen zu unternehmen. Nichts läßt ahnen, daß dieses Idealbild der Natur auf Grundlage einer ehemals ebenen, kargen, und teilweise ausgeräumten Agrarlandschaft angelegt wurde. Aus dem Nichts geschaffene, fein geschwungene Erdmodellierungen, elegant geführte Seen und Wasserläufe, vollkommene Gehölzkombinationen, eine Seepyramide - es ist einfach traumhaft hier. Hinzu kommt das wundervolle Sommerwetter, das uns diese Stunden doppelt genießen läßt.

 

Die Fahrt nach Barsbüttel verläuft ohne besondere Ereignisse. Als wir in Barsbüttel ankommen, ist der Himmel grau, es hat heftig geregnet und ist ca. 10 Grad kühler.

 

Sehr betrübt hat uns bei der Reise, daß bereits in der ersten Nacht ein Mitglied in die nahe gelegene Carl-Theiß-Klinik eingeliefert werden mußte. Inzwischen ist er nach Barsbüttel zurück gekehrt. Wir haben miteinander gesprochen. Es geht ihm besser.

 

Bei dieser Kurzreise hat sich wieder einmal gezeigt, daß die Reiseteilnehmer behutsam miteinander umgehen, daß man aufeinander acht gibt. Es macht uns sehr viel Freude, in einer solchen Gruppe unterwegs zu sein. Wir danken Euch ausdrücklich für die umfangreiche Hilfe, die wir von unterschiedlichen Personen annehmen durften. Danke für die gemeinsame schöne Zeit.

 

Einige Passagen dieses Reiseberichtes sind dem Prospekt "Spreewald erleben" entnommen.

 

Ina und Jörn Ahlrichs

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