Weihnachtsfahrt zur Wartburg, nach Erfurt, Eisenach und Weimar 27. - 29. November 2009

Reisebericht

27.11.2009
Morgens um 6.00 Uhr starten wir in Barsbüttel. Das erste kleine Frühstück nehmen wir im Regen ein, Schade! Zur Einstimmung legen wir im Bus eine CD ein: Luther und die Nation. Viel Wissen, das längst verschüttet war, kommt wieder ans Tageslicht. Es ist schön, so eingestimmt zu werden auf die geschichtsträchtige Region, die wir besuchen wollen. Beim zweiten Picknick kurz vor Erfurt haben wir mehr Glück mit dem Wetter. In Erfurt genießen wir eine wunderbare Führung mit Frau Birgit Ahr: Freuen uns über: Krämer-Brücke, Synagoge, Dom, Kirche, Studentenbursel, Thüringer Bratwurst, erfahren von den Ausgrabungen der Mikwe (jüdische Reinigungsvorrichtungen für Frauen). Seit einem Monat ist die alte Synagoge wieder eröffnet. Im Keller gibt es eine große Ausstellung seltenster Schmuckstücke aus dem 13./14. Jahrhundert, u.a. einen einmaligen Hochzeitsring. Erschöpft kommen wir abends in unserem Hotel außerhalb von Eisenach an. Von Ferne grüßt uns schon mal die hell erleuchtete Wartburg.
28.11.2009
Eisenach, Stadt von J.S. Bach. Wir bewundern von außen das Bachhaus, das Bachmuseum mit dem imposanten Neubau, gehen vorbei am Monetentempel (Commerzbank), dem schmalsten Haus. Das Nordtor ist toll restauriert. Vor dem Nordtor stehen wir vor dem Denkmal des Dr. Martin Luther, Sohn der Stadt. Die Stationen seines Lebens in Eisenach bewundern wir im Sockel des Denkmals, schlendern vorbei an der Grünen Apotheke, dem Rathaus und natürlich dem Lutherhaus. Auf dem Marktplatz: die Elle, um die Ecke: der Pranger. St. Georgskirche, ein wunderschöner Innenraum, nicht überladen. Gern hätten wir länger verweilt, aber die Zeit drängt. Eisenach ist eine sehr interessante kleine Stadt mit ca. 43.000 Einwohnern.
Picknick wird veranstaltet am Fuß der Wartburg. Dann geht's die vielen Treppen hoch. Wir bestaunen einen wunderschönen historischen Weihnachtsmarkt mit tollen Buden, vielen Gauklern, so ganz anders als gewohnt. Wir müssen Wegezoll (2,-- €) zahlen. Überall treffen wir auf mittelalterlich gekleidete junge Menschen. Im Prachtsaal findet den ganzen Tag Programm statt. Unsere Führung erinnert an die 3 Menschen, deren Spuren wir hier immer wieder begegnen: J.S. Bach, Dr. Martin Luther, die Heilige Elisabeth. Wunderbar restaurierte Gemächer durchschreiten wir, werden aufmerksam gemacht auf die wuchtigen, dicken Mauern der Wartburg, stehen andächtig in der Lutherstube. Hier hat er die Reformation vorangetrieben. Nicht nur die Übersetzung der Bibel haben wir ihm zu verdanken, auch unsere deutsche Sprache hat er auf den Weg gebracht. Er hat uns Deutsche nachhaltig geprägt.
Müde und erschöpft klettern wir die Treppen am späten Nachmittag hinab, entern unseren Bus und freuen uns auf den Abend im Hotel.
Ein tolles Essen wartet auf uns. Unsere beiden Gitarrenspielerinnen Wilma und Ingeburg haben eine ganz liebe Überraschung für uns: Sie begleiten mit ihren Gitarren unseren Gesang. Es macht Spaß, in unserem separaten Raum noch lange die alten Volkslieder zu singen.
29.11.2009
Weimar, auf den Spuren von Goethe, Schiller, Frau von Stein, Lucas Cranach usw. Auf dem alten Friedhof beginnt unser Stadtrundgang. Schiller bekam ein Armenbegräbnis. Im Anbau der gelben Kirche hat Goethe geheiratet, weil in der Kirche Kranke lagerten. Wir stehen vor der Begräbnisstätte von Lucas Cranach d.Ä., von Goethes Frau Christiane, bewundern das Palais der Anna Amalia. Sie hat mit 16 geheiratet, war mit 18 Jahren Witwe, hat das kleine Herzogtum regiert, bis ihr Sohn alt genug war, die Macht zu übernehmen. Anna Amalia hat Künstler nach Weimar geholt, ihre Tafelrunden waren berühmt. Vorbei geht's am Haus, in dem Schiller gelebt hat. Er war freischaffend, arm. Goethes Haus dagegen: groß, Goethe war Minister, war reich, hatte viele Liebschaften. Von Ferne bewundern wir sein kleines Gartenhaus.
Der große Gingko-Baum, unter ihm zitiert unsere Führerin das Gingko-Biloba-Gedicht. Wir gehen vorbei an der wieder eröffneten Anna-Amalia-Bibliothek, stehen ergriffen vor der großen Herderkirche mit dem Bild des großen Flügelaltars von Lucas Cranach d.Ä., verweilen auf dem Rathausplatz, vor dem legendären Hotel Elephant, an der Wohnstätte von Lucas Cranach d.Ä., bewundern Rathaus mit Porzellanglocken, die Bauhaus-Universität, das Nationaltheater.
Nach so viel Kultur geht's weiter zu den Saalfelder Feengrotten. Nach einer netten Begrüßung und dem Überziehen der braunen Umhänge erfahren wir viel über die Entstehung, von der Eröffnung. Durch sehr enge, dunkle, glitschige Stollen erreichen wir 3 unterirdische Seen. Die Feengrotte ist die Krönung: traumhaft, mystisch, hier heiraten viele Brautpaare. Der Weg zurück ist dann ganz einfach.
Ganz kurz müssen wir noch einen Kauf-Stopp an der Chocolaterie einlegen, lecker!! Dann geht's zurück. Gegen 23.30 sind wir in Barsbüttel. Alle sind sich einig: Dies war eine ganz tolle Reisegruppe, sehr homogen, es machte Freude, mit den Teilnehmern zusammen zu sein. Wir hatten einen sehr aufmerksamen, netten und höflichen Fahrer. Alles in Allem war die Reise ein wunderschönes Erlebnis.

Ina Ahlrichs